Das soll's
geben: Die nagelneue K6-2-CPU wird vom Bios nicht erkannt? Auch die gerade erst
angeschaffte 10-GByte-Festplatte will nicht funktionieren? Die Komponenten auf dem
Motherboard laufen nicht effizient. Bios-Update lautet die Lösung.
In vielen Fällen verspricht das Bios-Update eine Steigerung der Performance und die
Verbesserung im Umgang mit problematischer Hardware, wie beispielsweise SCSI-Hostadapter
oder LS-120-Laufwerken. Doch ganz so problemlos, wie es auf den ersten Blick scheint, ist
so ein Update des Bios nicht. Der Anwender muß eine Reihe von Punkten beachten, denn
Fehler bei der Umprogrammierung können ein PC-System schnell unbrauchbar machen.
Keine generelle Anleitung:
Eine generelle Anleitung, die für alle PC-Systeme und Bios-Versionen gilt, existiert
aufgrund der hohen Vielfalt leider nicht. Dieser Beitrag soll entsprechendes Grundwissen
zum Bios-Update vermitteln und dem Anwender die Möglichkeiten zeigen, die ein Bios-Update
eröffnen kann. Die genauen Schritte sind in jedem Fall den vom Hersteller des
PC-Systems/Mainboards mitgelieferten Dokumentationen zu entnehmen.
Nachfolgend eine Auswahl an Gründen, warum man das Bios updaten sollte:
Prozessoren:
Gerade in den letzten Monaten waren sie gefragt wie nie zuvor: Die aktuellen
Socket-7-Prozessoren von AMD, Cyrix, IBM und IDT. Sie versprechen vor allem Besitzern
älterer PC-Systeme die Annäherung an Pentium-II-Niveau. Um den neuen Prozessor jedoch
erfolgreich erkennen zu können, ist in den meisten Fällen ein aktuelles Mainboard-Bios
notwendig. Nur auf diese Weise lassen sich aktuelle Features - zum Beispiel die
Taktfrequenz des Prozessors - optimal konfigurieren.
Festplatten:
Mit Speicherkapazitäten von 10 GByte und mehr übertreffen die neuen
Ultra-ATA-Festplatten ihre Vorgänger in Sachen Kapazität um Längen. Doch nicht jedes
Bios ist auf die neuen Platten vorbereitet. Vor allem bei älteren Boards liegt das Limit
bei 8 GByte - größere Platten werden meist nicht erkannt. In vielen Fällen kann hier
ein Update auf die neueste Bios-Version Abhilfe schaffen.
Sonstige Laufwerke:
Die beiden Laufwerke LS-120 und das Zip-Drive werden zwar von vielen aktuellen
Bios-Versionen unterstützt, da es aber einmal Probleme mit der Einrichtung als
Boot-Laufwerke gegeben hat, wurden diese häufig über Bios-Updates gelöst. Besitzer von
LS-120-Laufwerken sollten in jedem Fall die neueste Bios-Version verwenden.
Performance und Kompatibilität:
Auf ältere Bios-Versionen reagieren moderne Betriebssysteme wie Windows 98 unter
Umständen etwas bockig. Beispiel: Ein System verweigert nach der Installation von Windows
98 seine Dienste. Zwar wurde die Installation ordnungsgemäß ausgeführt, jedoch hängt
sich das System beim anschließenden Booten immer wieder auf. Abhilfe schaffte das Update
auf ein neues Bios. Je nach Anwendung führt das Update auch zur Verbesserung der
Systemleistung. Das trifft vor allem auf Boards zu, die ein Feintuning der
Speichereinstellungen erlauben - hier läßt sich bei extrem speicherintensiven
Anwendungen, wie beispielsweise Photoshop, Arbeitszeit effektiv einsparen.
Jetzt geht's los:
Vor dem eigentlichen Update sind die folgenden Informationen über das Mainboard
zuverlässig einzuholen: Hersteller, Typenbezeichnung und (wenn möglich) die
Hardware-Revision. Diese Informationen finden sich im Regelfall im Benutzerhandbuch zum
Mainboard, das im Lieferumfang des PC-System inbegriffen sein sollte. Eine Ausnahme dieser
Regel stellen häufig Markenhersteller wie IBM oder Mitsubishi dar, zu deren Geräten sich
oft kein individuelles Handbuch findet. Hier sollte der Anwender einen Blick ins generelle
Handbuch zum PC-System werfen. Auch ein Blick auf den Lieferschein kann zu den gesuchten
Informationen führen.
Schwieriger wird es, wenn das Handbuch oder eine weiterführende schriftliche Information
zum Mainboard fehlt. In einer solchen Situation hilft nur noch die manuelle Ermittlung der
Daten. Häufig finden Sie Informationen zum Mainboard zwischen den Steckplätzen oder auf
der Unterseite. Hersteller wie Asus und Gigabyte zeichnen alle Produkte vorbildlich und
eindeutig aus.
Lassen sich Hersteller und Typenbezeichnung auch manuell nicht ermitteln, bleibt nur noch
die Anfrage beim Händler. Führt auch dieser Weg in eine Sackgasse, läßt sich das Bios
des Mainboards nicht sicher aufrüsten - in dringenden Fällen sollte man auf ein neues
Mainboard zurückgreifen.
Suche im Internet:
Das Internet ist der einfachste und schnellste Weg, um an die neue Bios-Revision zu
gelangen. Eine Zusammenfassung aller führenden Mainboard Hersteller und deren WWW-Sites
findet sich in der Tabelle.
Über bedienerfreundliche WWW-Oberflächen gelangt man schnell zum gewünschten
Menüpunkt. In den meisten Fällen bezeichnen die Hersteller das entsprechende Menü als
"Bios-Update" oder "Drivers". Über ein weiteres Auswahlmenü kann man
dann auch das Mainboard auswählen, um so alle verfügbaren Updates und Treiber zu diesem
individuellen Produkt zu bekommen. Viele Hersteller bieten hier Auswahlmenüs mit hohem
Komfort, die beispielsweise die Versionsnummer des Bios, das Release-Datum und einige
Notizen zum Update enthalten. Das gewünschte Update-File läßt sich im Regelfall per
Klick zum Download selektieren.
Vor allem bei älteren Mainboards spielt die Hardware-Revision eine große Rolle. Im
Regelfall finden sich in der Kurzbeschreibung zum Update Informationen wie beispielsweise
"Revision 2.0 is needed". Diese Informationen muß man unbedingt beachten.
Sollten sich solche Revisionsfilter in der Beschreibung finden, so ist die letzte gültige
Version des Bios für die entsprechende Hardware-Revision zu verwenden. Das Einspielen
einer nicht unterstützten Version macht unter Umständen das Mainboard unbrauchbar.
Aus alt mach neu:
Beim Einspielen des neuen Bios gilt ganz besonders eine Regel: Die Hinweise des
Herstellers sind unbedingt zu beachten. Meist finden sich bereits in der Bios-Datei
entsprechende Hinweise, wie genau vorgegangen werden muß. Prinzipiell unterscheidet man
zwischen zwei Arten: dem Flash-Vorgang per Programm oder per spezieller Boot-Diskette.
Rund 90 Prozent aller Mainboards lassen sich über ein spezielles Flash-Programm auf den
neuesten Stand der Technik bringen. Man unterscheidet primär zwischen Award und AMI Bios,
den beiden führenden Anbietern für PC-Bios. Die Bezeichnungen für beide Programme
lauten im Regelfall "AMIFLASH" und "AWDFLASH". Es existieren zudem
spezielle Versionen, deren Versionsnummern immer in den Programmnamen enthalten sind -
beispielsweise amifl634.com, das für die aktuellen Socket-7-Boards von MSI benötigt
wird.
Entscheidend für das Gelingen des Bios-Update ist der Einsatz des richtigen
Flash-Programms. Im Regelfall findet sich auf der WWW-Seite zum Bios auch ein Link zur
aktuellen Flash-Software. Zudem liefern alle Hersteller von Mainboards ihre Produkte mit
entsprechender Software auf Diskette oder CD-ROM aus.
Beigelegte Readme.txt lesen:
Da sich die Flash-Programme von Hersteller zu Hersteller stark unterscheiden, sollte das
beiliegende readme.txt-File ausgiebig studiert werden - nur so lassen sich Schäden durch
Bedienfehler vermeiden. Im allgemeinen bieten aber alle Flash-Programme die Möglichkeit,
die vorhandene Bios-Version in eine Datei zu speichern. Von dieser Funktion sollte in
jedem Fall Gebrauch gemacht werden, um im Falle eines Falles die alte Bios-Version wieder
einzuspielen. Wer sich im Umgang mit der Flash-Software nicht sicher ist, sollte den
Fachhändler aufsuchen. Etwas einfacher haben es Besitzer von Mainboards, deren Bios mit
einer speziellen Boot-Diskette auf den neuesten Stand gebracht wird, beispielsweise bei
aktuellen Intel-Boards. Per Download erhält der Anwender ein sogenanntes Image dieser
Boot-Diskette, das dann mittels einer speziellen Software auf sie geschrieben wird. Beim
Booten startet der PC das Flash-Programm und führt zahlreiche Überprüfungen und
Sicherheitsabfragen durch, die - wenn positiv bestätigt - zum Einspielen der neuen
Bios-Version führen.
Wenn's nicht klappt:
Klappt das Update des System-Bios nicht, kann das verschiedene Ursachen haben. Am
häufigsten scheitert der Update-Versuch am sogenannten Überschreibschutz für Bios.
Dabei handelt es sich bei älteren Mainboards um einen Jumper, der das Bios-EEPROM gegen
Überschreiben (absichtlich oder unabsichtlich) schützt. Bei neueren Mainboards finden
sich solche Sicherungen auch im Bios selbst - bei Award im Regelfall in den "Advanced
Bios Settings". Ein weiterer Grund für das Mißlingen des Bios-Updates ist der
Einsatz der falschen Flash-Software oder Bios-Datei. Hier sollten alle Angaben des
Herstellers - im Zweifelsfall nach Rücksprache mit dem Fachhändler - noch einmal
überprüft werden. Zahlreiche Mainboard-Hersteller bieten überdies auch sogenannte FAQ
(Frequently Asked Questions) im Internet. Dabei handelt es sich um Antworten auf die
häufigsten Fragen, die die Probleme im Zusammenhang mit einem spezifischen Produkt lösen
können.
Teures Scheitern:
Problematisch wird es, wenn die oben genannten Regeln nicht beachtet wurden und das
vorhandene Bios durch eine fehlerhafte oder nicht für dieses Board entwickelte Version
überschrieben wurde. Nur wenige Hersteller, wie beispielsweise Supermicro, bieten
serienmäßig die Restauration des Bios über sogenannte Emergency-(Notfall-)Disketten,
die das System trotz des zerstörten Bios wiederherstellen können. Im Regelfall muß
zumindest der fehlerhaft beschriebene EEPROM-Chip an den Hersteller eingeschickt werden,
meist aber das komplette Mainboard. Nur wenige Fachhändler verfügen über einen
speziellen EEPROM-Brenner, da hier kein einheitlicher Standard der Dateien besteht und
diese Geräte bei hoher Qualität entsprechend teuer sind.
Vorsicht: Typenbezeichnungen
Manche Hersteller führen ähnlich klingende Bezeichnungen in ihrer Produktpalette. Daher
gilt es dringend, auf den genauen Wortlaut der Produktbezeichnung zu achten. Ein falsches
Bios-Update kann das komplette System unbrauchbar machen.
Mainbord-Hersteller:
Häufig ist für das Upgrade einer CPU die neueste Bios-Version des Mainboards notwendig.
Durchweg alle Hersteller bieten solche Upgrades zum Download im Internet an. |